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Bandscheibenvorfälle

Bereits kleine Bandscheibenvorfälle können über eine Irritation der zwischen zwei Wirbekörpern  abgehenden Nervenstränge bewirken und so  zu erheblichen ausstrahlenden Schmerzen (Lumboischialgie) führen. Reflektorisch erfolgt eine Ruhigstellung des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes durch einen massiven Muskelhartspann. Es entsteht eine typische Schmerzschonhaltung.
Die aktuelle Therapie besteht in ärztlicher, physikalischer und krankengymnastischer Behandlung.
Bestehen die Beschwerden trotz Therapie über einige Wochen, adaptiert unser Gehirn die aus der Schonhaltung resultierenden Bewegungsabläufe als neue Richtgröße. Fehlhaltung wird also praktisch geübt und zwar sehr intensiv, nämlich meist 24 Stunden am Tag! Wir sprechen von einer Chronifizierung der Erkrankung, die dann nur sehr schwer therapiert werden kann. Neue Erkenntnisse der Motorikforschung gehen bereits von eine Chronifizierung nach 4-6 Wochen aus. Während eine krankengymnstische Behandlung aufgrund der ungenügenden Reizintensität nur zu einer Anbehandlung der Beschwerden ohne eine grundlegende Änderung des Verhaltens führt und damit den Chronifizierungsprozess noch verstärkt, hat die ambulante Reha einen ganz anderen Ansatz.

Bandscheibenoperationen schaden oft mehr, als sie nutzen!

Hohe Risiken durch Spritzen und Katheter bei Bandscheibenpatienten ("Der Spiegel" 5/2005)!

Im Konzept der Reha am Kaifu werden in drei Schritten Schmerzen gelindert, die Schonhaltung aufgegeben und zielgerichtet Trainiert. Durch eine hohe Reizintensität von täglich mehreren Stunden gelingt es, die verdrängten gesunden Bewegunsmuster wieder zu aktivieren und hierdurch Folgeschäden durch Fehlhaltungen zu verhindern.

Ergebnisorientiertes Rückenmanagement 
Speziell für den arbeitsunfähigen Rückenschmerzpatient existiert in der Reha am Kaifu ein Therapiekonzept, denen folgende Ziele und Inhalte zugrunde liegen:

  1. Schnelle und dauerhafte Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
  2. Vermittlung von aktiven Schmerzbewältigungsstategien auf somatischer und psychischer Ebene. (Entspannungstechniken, Heimprogramm)
  3. Tägliches intensives vier- bis sechsstündiges Therapieprogramm nach vorgegeben Zeiten für arbeitsunfähige Patienten.
  4. Motivation zur aktiven Gesunderhaltung zur Vermeidung von Arbeitsunfähigkeit.
  5. Vermeidung unspezifischer, nicht wirksamer, monomodaler Therapieansätze durch Einsatz multimodaler Rehabilitation in Abhängigkeit vom Ausmaß der Chronifizierung.
  6. Verhaltenskonditionierung zum Erreichen einer funktionellen Belastbarkeit in Alltag und Beruf.

Unser multimodales, ergebnisorientiertes Rückenmanagement gründet sich auf dem bio-psycho-sozialen Therapieansatz unter besonderer Berücksichtigung des Chronifizierungsgrades bei Rückenschmerzpatienten.
Durch eine synergistische Einflussnahme unterschiedlicher Therapiegruppen ist eine ganzheitliche und höchst effektive Rehabilitationsmaßnahme erreichbar. Wesentliche Inhalte des Konzeptes werden im folgenden kurz dargestellt:

  1. Arzt: Steuerung des Rehabilitationsverlaufes durch einen Facharzt für Orthopädie mit sozialmedizinischer und rehabilitativer Kompetenz.
  2. Psychologische Behandlung: Schmerzbewältigungsstrategien in Einzel und Gruppentherapie mit Verhaltenstherapeutischer Ausrichtung.
  3. Sozialarbeiter: Bearbeitung der sozialen Schnittstelle zwischen Rehabilitation und der häuslichen, sowie beruflichen Lebenswelt und Unterstützung beim Weg in eine neue Normalität mit den wieder gewonnenen Funktionsfähigkeiten.
  4. Ergotherapeut: Simulation der Arbeitsplatzanforderungen  unter Rehabilitationsbedingungen mit Hinzufügung arbeitsspezifischer Stressoren  (Work-Hardening)
  5. Medizinische Trainingstherapie: Stärkung der aktiven somatischen Bewältigungspotentiale und Erlernen eines Rehabilitationsprogramms zur Stabilisierung des Behandlungsergebnisses.
  6. Ökothrophologe: (bei Bedarf) Durch Information über Strategien zur Gewichtsreduktion Einflussnahme auf die insuffiziente ventrale Rumpfmuskulatur bei Adipositas.
  7. Physikalische Therapie, Krankengymnastik: Individuell abgestimmte Standards in hoher Behandlungsdichte nach befundgesteuertem Behandlungsplan.