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Leistungsangebote

Einleitung:

Wohnortnahe Ambulante Muskuloskeletale Rehabilitation (AMR)  im Herzen Hamburgs Mitten in der Stadt und trotzdem im Grünen liegt die Reha am Kaifu (auf dem Gelände des Kaifu Bades.) Als langjähriger Vertragspartner der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften behandeln wir schwerpunktmäßig alle Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Seit Januar 2003 ist die Reha am Kaifu als eines der ersten Zentren Hamburgs nach den hohen Qualitätskriterien der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) zugelassen. Ein Team unterschiedlicher Therapeuten gewährleistet ein multimodales, erfolgsorientiertes Behandlungskonzept,    ausgerichtet an aktuellen medizinischen Forschungsergebnissen.

Die Reha am Kaifu erfüllt die Anforderungen nach den BAR Rahmenbedingungen.

Meßbare Qualität
Die gesamte Autoregulation des menschlichen Organismus hängt von der Bewegung des Skelettsystems ab. Die Muskulatur wird einerseits vom zentralen Nervensystem angesteuert und erhält andererseits Informationen über die aktuelle Lage der Gelenke von peripheren Rezeptoren.
Als weitere, die zentrale Ansteuerung modifizierende Faktoren kommen individuell psychische und soziale Faktoren hinzu.
Basiskenntnisse über die Verschaltung des Schmerzempfindens auf Rückenmarksebene sowie neueste Forschungsergebnisse von den motorischen Grundeigenschaften Koordination, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit gaben der Physiotherapie maßgebliche Impulse.

Einseitige Behandlungsansätze mit ausschließlich dehnenden oder kräftigenden Inhalten sind einem Therapiekonzept mit stärkerer Einbindung der Alltagsanforderungen gewichen.
Nicht nur Kraft und Beweglichkeit müssen verbessert,   sondern  vor allem latent vorhandene motorische Fähigkeiten wieder abgerufen werden.

Mit aufbauenden Behandlungsmodulen wird schrittweise:
1. der lokale Gewebe-und Gelenkmetabolismus beeinflusst, die Schmerzen werden gelindert.
2. die reflektorische neuromuskuläre Dysfunktion beseitigt, die Schonhaltung wird aufgegeben
3. über kontrollierte Bewegungsprogramme eine Änderung des Verhaltens bewirkt, um die
zentralnervöse Ansteuerung der Gelenksysteme bleibend zu begünstigen.

Durch wissenschaftliche Überwachung der physiotherapeutischen Methoden ist die ambulante Rehabilitation zu einer Vorsorgemaßnahme analog § 111 SGB V herangereift. Die  interne Vergleichsstudie der Krankenkassen verweist auf signifikant geringere Kosten  durch:

- gezielte Wiederherstellung der beruflichen und privaten Leistungsfähigkeit
- die Möglichkeit einer Berufsbegleitenden Therapie
- niedrigere direkte und indirekte Behandlungskosten 
- erhebliche Abnahme des Konsums medizinischer Leistungen
(rezeptpflichtige Medikamente, Massagen und Krankengymnastik)

Erster Schritt: Schmerzen lindern

Haut, Bindegewebe, Muskel und Gelenkkapsel sind übersät mit Nocizeptoren.
Diese peripheren Endigungen von Nervenfasern reagieren auf mechanische und chemische Reize.
Diese Reize können sowohl von außen (Unfall) als auch von innen (Überlastung, Verschleiß, Entzündung) entstehen.
Durch eine enge Verschaltung der Rezeptoren auf Rückenmarksebene mit muskulären Strukturen im Schädigungsbereich wird durch massive Erhöhung der Muskelspannung eine Ruhigstellung der geschädigten Strukturen bewirkt. Diese „interne“ Ruhigstellung eines Abschnittes des Bewegungsapparates kann bei Fortbestehen zu dauerhaften Muskeldysbalacen führen, die wiederum den Schmerz verstärken. Informationsträger dieses Geschehens sind chemische Substanzen, die ganz wesentlich dem Stoffwechsel unterliegen. Zu diesem Zeitpunkt ist nicht Muskeltraining, sondern sind metabolische Einflüsse für die Schmerzbefreiung von Bedeutung.
Mobilisation und  Bewegung unter therapeutischer Einflußnahme sind klassische Ereignisse, den Stoffwechsel zu aktivieren und die Muskelansteuerung zu korrigieren.

1.1.
Physikalische Therapie

Die Veränderung der Gewebstemperatur hat lokale und zentralnervöse Wirkungen: Das chemische Gewebsmilieu wird zunächst besser durchblutet und in Richtung anabole Prozesse verschoben.
Erreicht die Intensität von Wärme-, Kälte- oder Stromzufuhr einen höheren Schwellenwert als Schmerzreize, wird die Empfindlichkeit der Gewebsumgebung herabgesetzt. Zusätzlich werden Endorphine freigesetzt, die wiederum die Schmerztoleranz erhöhen.

1.2.
manuelle Therapie

Bei der Mobilisation werden die blockierten Gelenke behutsam unter Zug in ihre eingeschränkte Bewegungsrichtung bewegt. Dabei wird ein Gelenkpartner fixiert, die Gelenkfläche trahiert und senkrecht zur Zugrichtung gleitend bewegt bis der Spielraum des Gelenks merklich erweitert ist. Die Manipulation mit raschen Impulsen an das Gelenk und auf die Nervenenden bleibt eine rein ärztliche Behandlung bei segmentalen Störungen im Bereich der Wirbelsäule.

1.3.
Gewebsentstauung

Der Abtransport von schmerzerregenden Substanzen und zerstörten Zellstrukturen kann sowohl mit Lymphdrainage als auch mit klassischen Massagegriffen knetend, dehnend, pumpend, streichend und rollend erfolgen. Gezielte, tiefe Friktionen erreichen Sehnen, Verklebungen sowie narbige Verletzungsfolgen. Bindegewebsmassagen sind hilfreich bei reflektorischen Aufquellungen des Gewebes und können über vegetative neurale Verschaltungen das Erfolgsorgan behandeln. (Haedsche Zohnen)

Zweiter Schritt: Schonhaltung aufgeben

Für die Bewegungsschmerzen im orthopädisch/chirurgischen Spektrum sind nicht nur strukturell faßbare Gelenkschäden ursächlich. Häufiger gehen sie auf Funktionsstörungen der  komplexen Gelenksysteme zurück.
Die nach einem Trauma (Operation, Sturz, Überlastung, Entzündung) eingestellte Muskelatrophie ist zunächst nicht durch Immobilisation entstanden, sondern eher eine phylogenetisch angelegte Schutzreaktion: Durch die Minderaktivität soll das Gelenk nicht mehr mit Zug und Druck belastet werden.
Aus dieser zunächst sinnvollen zentralen Innervationsblockade kann sich eine neuromuskuläre Dysbalance entwickeln. Diese wirkt selbständig pathologisch, d.h. beschwerdeauslösend und leistungsmindernd.

Der Organismus reagiert auf punktuelle Schädigung mit einer Modifikation des gesammten Bewegungsablaufes. Es entstehen neue, pathologische Bewegungsmuster, die bei längerem Fortbestehen (bereits wenige Wochen) als neue Richtgröße in den steuernden Hirnarealen gespeichert werden. Diese unphysiologische Modifikation des Bewegungsmusters führt zu einer Mehrbelastung weiterer Abschnitte des muskuloskeletalen Systems. Die Grundlage für chronische Beschwerden wird so geschaffen.
Die Korrektur durch therapeutische Einflußnahme ruft bekannte Bewegungsmuster, die latent in den entsprechenden Hirnarealen vorhanden sind ab und schafft somit die Voraussetzung für die weitere Therapie.

2.1.
Gangschule und Haltung

Die Wiederherstellung von Funktionsabläufen und Körperhaltungen sind alltagsrelevante Therapieziele. Tätigkeitsbedingtes Schonverhalten führt zu problematischen Überforderungen. Die Integration der ökonomischen Körperhaltung in die Anforderungswelt des Alltags ist der wichtigste und schwierigste Teil der Behandlung. Dabei müssen Funktion und Schmerz auseinandergehalten werden. Schmerz ist lästig, aber nicht notwendigerweise hinderlich für eine Bewegungs- oder Arbeitsfähigkeit. Eine Steigerung der Belastung beim Sitzen, Aufstehen, Bücken, Heben, Ziehen und Schieben trainiert  reale private und berufliche Anforderungen. Eine spezielle ergotherapeuthische Beratung, sowie Simulation  der Berufswelt unter Hinzunahme  realistischer Störfaktoren gewährleistet optimale Übertragung auf den Alltag.

2.2.
Bewegungsanbahnung

Anspruchsvolle krankengymnastische Methodenlehren beinhalten neurophysiologische Wirkmechanismen. In der PNF-Technik ist die Anregung und reziproke Hemmung motorischer
Vorderhornzellen mittels kombinierter systematischer Reizung ein wichtiges therapeutisches Element.
Nach der sensomotorischen Verhaltenslehre Brüggers  ist der Organismus auf die Ökonomie des Einsatzes seiner Strukturen programmiert. Der physiologischen Gelenkstellung kommt damit eine zentrale Bedeutung zu. Da es hauptsächlich die Funktion ist, die das Organ formt, gibt keine Bewegung, die nicht mit anderen gekoppelt ist. Das hat Bedeutung für den Parcour des Trainingsprogramms.

2.3.
Koordination

Die latent vorhandenen motorischen Programme wie Laufen und Gehen müssen nicht neu erlernt werden. Vielmehr werden sie unter Berücksichtigung der aktuellen Belastbarkeit zunächst auf unebenen Unterlagen und in geschlossenen Übungsformen wieder abgerufen. Da zunächst unklar ist, wieweit sich die Schonfunktion im zentralen Nervensystem bereits dauerhaft abgebildet hat, konzentriert sich die therapeutische Anleitung auf die vielseitige Bewegung unter zeitgleicher Wahrnehmung. Durch Kombination mehrerer zeitgleicher Bewegungsaufträge an Arme und Beine wird der Organismus gezwungen Bewegungsmuster abzurufen, die in ihrer Komplexität  die reine Willkürmotorik übersteigt.

Dritter Schritt: Zielgerichtet trainieren

Die intensive körperliche Belastung ist für die meisten Patienten neu, denn Training gehört nicht zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Die Kunst besteht darin, den Patienten  für seinen ltersentsprechenden Trainingsmodus zu motivieren. Kinder ahmen Vorbilder nach, Erwachsene analysieren den Bewegungsablauf und der ältere Mensch will den nächstliegend notwendigen Schritt bewältigen.
Intensive individuelle Betreuung durch fachlich und menschlich kompetente Therapeuten, ein festterminiertes Trainingskonzept und biokinetische Meßverfahren sind  dabei hilfreich.
Nach der erschöpfenden Auslastung der Muskeln durch systemische und überschwellige Reizsetzung kommt es zunächst zu einer Ermüdungsreaktion. Als biologische Antwort mit der sog. Superkompensation, adaptiert sich der Muskel in der Erholungsphase, meist einen Tag später.

3.1.
Aufwärmen

Eine Belastung im Bereich der allgemeinen aeroben Kurzzeitausdauer mit Fahrrad-, Laufband- oder Step-Ergometer soll eine vorzeitige  muskuläre Ermüdung verhindern.

In dieser Intensität und Dauer erhöht sich das Energieangebot in der Muskulatur. Die Gleitfähigkeit der
Gelenkflächen infolge  Konsistenzänderung der Synovialflüssigkeit nimmt zu.

Im wesentlichen dient das Aufwärmen der mentalen und körperlichen Vorbereitung auf das eigentliche Training.

3.2.
Muskuläres Widerstandstraining

Unser Alltag wird bestimmt durch ständig wiederkehrende Bewegungsabläufe. Abgerufene Bewegungsmuster sind ohne Kraft und Ausdauer im Alltag nicht  lange oder nicht schnell genug durchführbar. Hochwertige Übungskonstruktionen bei denen Widerstände überwunden werden müssen, die höher sind als es der Alltag verlangt dienen einer Zunahme der Muskelkraft.

Sollen Muskeln isoliert gekräftigt werden, sind präzise einstellbare Geräte mit biokinetischer Testsoftware erforderlich. Nach Auslastung der Muskulatur durch überschwellige Reizsetzung kommt es im Anschluss an eine Ermüdungsreaktion zur biologischen Adaption.
Im rehabilitativen Bereich erfolgt die Trainingssteuerung nicht über Maximalkrafttraining sondern  über die subjektive Bewertung der Belastungsgrenze sowie über therapeutische Beurteilungen.

3.3.
Dehnen und Entspannen

Entgegen weitverbreiteter Ansicht führen Dehnübungen weder zur Reduktion der muskulären Spannung noch zur Beseitigung von Muskeldysbalancen oder Muskelverkürzungen. Dehnübungen verbessern vor allem:
Die Gelenkbeweglichkeit, die Vorbereitung der Muskeln auf nachfolgende maximale
Anspannungsübungen und die Regeneration der Muskeln nach den maximalen
Belastungen des Kraft- oder Ausdauertraining.

Im gesamten Behandlungszyklus werden als begleitende Dehnformen nach Automobilisation und Lagerung vor allem das dynamische Dehnen eingeübt.